Werk

Ein zweiter Morgen

Der am wenigsten betrunkenen Mann identifizierte eine Tür im Hof; zusammen stiegen wir nach unten. Jeder Kellerraum war mit einem Vorhängeschloss versehen, ein sichtlich unheilbringender Gang führte jedoch weiter. »Keene Angst«, versicherte der Kohlenträger und setzte torkelnd fort, eine Kurve nach der anderen. Schließlich fanden wir in einem Winkel, der so fern war, dass ich annahm, wir hätten das Grundstück, auf dem das Haus stand, verlassen, die Durchgangsstraße überquert und die Querstraße auf der anderen Seite betreten, einen offenen Lagerraum. Der Mann riss die Tür auf. Und dort, im Licht der Glühbirne im Gang, leuchtete matt und – zugegeben – etwas modrig der Schatz
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Poetica 5:
Rausch. States of Euphoria.

Seit ihren Anfängen sucht die Poesie daher die Nähe zum Rausch. Einst »Höhenflug« genannt, geht die Entzückung heute auch als »high« durch. Jemandem, der höhere Geisteszustände erreichen möchte, scheint jedes Mittel recht. Zum Zauber des Musenkusses sind inzwischen die Gedankengirlanden des Opiums, die Kicks des Kokains, das Happy Face von Ecstasy als Förderer hinzugekommen. Aber wo befindet sich die Poesie, wenn sie derart »außer sich« ist? Wie sieht eine Sprache des Kontrollverlusts aus? Und gibt es sie wirklich: die künstlichen Paradiese?
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