Gegenwart als Vermächtnis
3.IX.25
Mitten in der Arbeit an dem neuen Roman (über eine hellseherische Afghanin) werde ich plötzlich unsicher, ob es darin um den Anspruch der Vergangenheit auf die Gegenwart oder eher um Fehltritte in der Zukunft geht. Als vier Monate später endlich die erste Fassung vorliegt, stelle ich fest, die Frage steht weiter im Raum. Anstatt den Text antworten zu lassen, habe ich meine ganze Kraft darauf verwendet, die Frage zu gestalten. Als ob die Gegenwart sowohl das Vermächtnis der Vergangenheit als auch das der Zukunft wäre. Eine seltsame Anordnung, offen für fortlaufende Rekonfiguration.