Aris Fioretos, schwedischer Schriftsteller griechisch-österreichischer Herkunft, über den Konfliktkontinent Europa, verrückte Fundamentalisten und einen üblen Weltgeist.

 

 

STANDARD: Sie sagten einmal über sich: „Ich habe mir nie die Mühe gemacht, zu ergründen, was meine Heimat ist. Ich bin einfach eine genetische Korruption: Europäer.“ Wie geht es dem Europäer in Ihnen am Ende des Jahres 2015?

 

Fioretos: Es tut einem weh, zu sehen, wie gespalten der Kontinent in so kurzer Zeit geworden ist. Spannungen und Differenzen gab es sicher auch schon vor 365 Tagen, aber die Anschläge von Paris waren noch nicht verübt worden. Noch redete niemand erneut vom „Krieg“ gegen den Terror. Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland, Dänemark und Schweden hatten weiterhin Dach und Boden und geschützte Einwohner. Die ethnozentrischen Parteien auf dem rechten Flügel waren nicht zur zweitgrößten Fraktion ihrer jeweiligen Länder avanciert, fesch und forsch auftretend, politisch fast stubenrein. In Polen wurde nicht daran gewerkelt, das Verfassungsgericht zu entmachten. Und die Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö war wie seit der Eröffnung im fernen Jahr 2000 noch für Menschen jeder Couleur offen. Damit ist noch nichts über Griechenland gesagt, dessen Krise während einiger alles andere als schmeichelhafter Monate die Malaise der EU zu verkörpern schien. Kurzum: Der Europäer in mir fühlt sich gerade, als hätte er soeben die vierte oder fünfte Runde gegen einen üblen Weltgeist überstanden – einen Haudegen mit ganz anderem Körperbau und Sieg im Blick. Mein europäischer Kopf saust, meine europäischen Ellbogen, die in den Seilen hängen, sind schwer. Der Typ in der anderen Ecke streut dagegen gerade Kusshändchen ins Publikum.

 

STANDARD: Hat der Begriff Heimat für Sie denn irgendeine Bedeutung?

 

Fioretos: Gewiss. Menschen, die den Begriff oft und gern benutzen, sollen ihn ruhig weiter pflegen, wenn sie es friedvoll tun können. Mir persönlich ist der Begriff jedoch zu exklusiv, um eine wahre Empfindung zu beschreiben. Heimat, das ist für mich ein geografisches Gebiet, das durch soziale und kulturelle, vielleicht auch ethnische und religiöse Besonderheiten geprägt ist. Ich denke lieber an „Zuhause“, und zwar im Plural. Als Kind von Eltern, die aus unterschiedlichen Ländern stammten und Familie in einem dritten Land bildeten, empfand ich stets einen Loyalitätskonflikt, als müsste ich mich für eines der Länder entscheiden. Wieso sollte ich mich nicht ebenso in einem Dorf auf dem Peloponnes zu Hause fühlen dürfen, wie ich es in Wiens siebtem Bezirk oder in einer gewissen Kleinstadt Südschwedens tat? „Zuhause“ hat den Vorteil, nicht übermäßig an Erdkunde und Grammatik, Fahne oder Hymne gebunden zu sein. Zu Hause bin ich da, wo man mich kennt. Glauben Sie mir, zu Hause bin ich sogar in manchen Büchern oder Musikstücken. Daraus leite ich meine Zugehörigkeit ab.

 

STANDARD: Wie beurteilen Sie die „Performance“ Europas im zu Ende gehenden Jahr im Umgang mit der Flüchtlingskrise, aber auch zum Beispiel mit Griechenland?

 

Fioretos: Oh je, ein weites Feld. Europa tendiert gerade dazu, so scheint es, sich von einer Konsenskultur zu einem Konfliktkontinent zu wandeln. Für jede Bestrebung in die eine Richtung gibt es eine andere in die Gegenrichtung. In demokratischen Gesellschaften sind Meinungsverschiedenheiten natürlich möglich, sogar förderlich, aber es gibt eine neue Unerbittlichkeit im Dissens, die ich von früher so nicht kenne. In guter Erinnerung geblieben ist Angela Merkels „Wir schaffen das“, ein Satz, der in einem anderen Zusammenhang gesagt wurde, als dem, in dem ihre Kritiker ihn nun auslegen; in nicht so guter Erinnerung ein gewisser Pfau, der sich als griechischer Finanzminister tarnte – oder vielmehr aufflog. In guter Erinnerung sind die erfinderischen Initiativen von Bürgern geblieben, um Teile einer Lösung der Flüchtlingskrise zu werden, in weniger guter Erinnerung die Parolen derer, für die „Heimat“ Vollmacht genug zu sein scheint, um von der Islamisierung des Abendlandes zu delirieren, Hass und Hetze zu verbreiten. Es wäre allemal hilfreich, wenn jene, die im Licht der Fackel und auf Bannern zu einer Pflicht zur Integration aufrufen, erst einmal mit gutem Beispiel vorangingen.

 

STANDARD: Ihre Bücher erzählen auch Migrationsgeschichten. Sehen Sie Unterschiede zwischen den Migrationsgeschichten, wie sie zum Beispiel Ihr Vater, der Griechenland aus politischen Gründen verlassen musste, erlebt hat, und den Geschichten der Flüchtlinge, die sich nun aus Syrien, Afghanistan oder Afrika nach Europa retten wollen? Zum Beispiel hinsichtlich dessen, ob und wie sie aufgenommen werden?

 

Fioretos: Europa hat sich sehr geändert, seitdem mein Vater sein Land Anfang der 1950er-Jahre verlassen musste. Vergleiche scheinen mir riskant. Es hat die politisch motivierte Migration, es hat die wirtschaftlich fundierte gegeben, die mit dem unschönen Stempel „Gastarbeiter“ versehen wurde. Nun gibt es die Flüchtlinge, die kommen, weil es für sie schier unmöglich geworden ist, ein halbwegs normales Leben in den Ländern zu führen, die sie verlassen haben – ein Leben ohne Gewalt, wo Schulen funktionieren und es täglich Wasser und Strom gibt. Glaubt jemand im Ernst, dass sie ihre Heimat verlassen, weil sie es wollen? Ich halte es mit der englischen Essayistin Caroline Moorehead, die schon vor zehn Jahren, in ihrem Buch Human Cargo, bemerkte: „Irgendwie scheinen die Leute eine sehr einfache Wahrheit vergessen zu haben: Niemand will Flüchtling sein.“ Sollten die Geschichten dieser Menschen irgendwann auf Papier beheimatet werden, was mir lieb wäre, gäbe es aus Sicht der Literatur keinen anderen Weg: Sie müssen auf dem einzelnen Schicksal bestehen, auf Details und Eigenheiten, ja sogar auf Unausgesprochenem beharren. Kein Leben ist gegen ein anderes austauschbar, jedes verlangt eine eigene Form. Erst dann werden diese Erfahrungen wirklich lesbar. Seltsamerweise teilen wir nichts so sehr wie unseren Unterschied voneinander.

 

STANDARD: Tut sich Europa heute vielleicht auch deswegen mit den Flüchtlingen schwerer als noch vor ein paar Jahrzehnten, weil die Fallhöhe zwischen denen, die kommen, und dem Wohlstand und der Sicherheit in Europa wesentlich größer geworden ist? Oder macht nur die „Masse“ den Unterschied?

 

Fioretos: Früher war die Politik gegenüber Flüchtlingen eher Sache der einzelnen Nationen, heute regulieren Verträge weitgehend, wie in der EU gehandelt werden soll. Dass die Mitgliedsländer nun so unterschiedlich reagieren und in mehreren Fällen zur alten Selbstbestimmung zurückkehren wollen, hat natürlich mit dem jeweiligen innenpolitischen Klima zu tun. Vor allem zeigt es aber, dass das Problem weit davon entfernt ist, gelöst zu werden. Bislang haben sich Länder, die nicht die Außengrenze der Union bilden, geschützt gefühlt. Soll doch Griechenland oder Italien oder Spanien die Ankommenden aufnehmen und versorgen, ist per Vertrag deren Aufgabe. Wo bleibt da so ein Prinzip für eine Gemeinschaft, die ja die EU sein möchte, wie Solidarität? Es muss eine vernünftige Umverteilung gefunden werden, eine, die die Mitgliedsländer ohne Konsequenzen nicht ignorieren können. Ansonsten vermag ich nicht zu sehen, wie die Union in ihrer jetzigen Form auf Dauer Bestand haben soll.

 

STANDARD: Schweden ist eines der begehrtesten Zielländer. Nur wenige EU-Länder haben im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl so viele Flüchtlinge aufgenommen. Laut einer aktuellen Umfrage sagen nun 55 Prozent der Schwedinnen und Schweden, das Land sollte weniger Flüchtlinge aufnehmen. Immerhin fast jeder Fünfte findet allerdings auch, dass es durchaus noch mehr sein können. Jeder Fünfte ist unentschieden. Sie sagten in einem Interview: „Es knirscht auch bei uns.“ Ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht?

 

Fioretos: Was bedeutet eigentlich Belastbarkeit? Die Frage ist letztlich nicht so sehr, ob ein Land den „Ansturm“, die „Welle“ oder welche schlimme Bezeichnung auch verwendet wird, aushält, sondern wie wir in fünf oder zehn Jahren leben wollen. Ständig wird über Maßnahmen und Herausforderungen geredet, also bloß reaktiv. Ist doch klar, dass Menschen sich Sorgen nicht nur um die Flüchtlinge machen, sondern auch um sich selbst. Wo gibt es aber das sinnvolle Gespräch darüber, wie unsere Gesellschaft in einer Generation aussehen soll? In den Ländern, die ich überblicke, haben die Parteien es trotz Bemühungen bisher nicht wirklich geschafft, den Raum dafür zu eröffnen – für eine Öffentlichkeit, in der sowohl über soziale Ängste als auch über Möglichkeiten gesprochen und verhandelt werden könnte. Für mich wäre es kulturell gesehen ein Fortschritt, wenn wir es schafften, konstruktiv über Hoffnungen und Herausforderungen zu reden.

 

STANDARD: Wie würden Sie gelungene „Integration“ definieren?

 

Fioretos: Die Terroristen, die zuletzt die Attentate in Paris verübten, kamen nicht aus der fernen Wüste Jemens oder aus den Höhlen am Hindukusch. Sie kamen aus der Mitte unserer europäischen Gesellschaft. Sie gehörten und gehören dazu, auch wenn sie selten bis nie Anlass hatten, sich „mittig“ zu fühlen. Wir tun so, als ob die Gewalt nur von außen käme, als ob wir Europäer bloß Opfer wären. Natürlich sind wir Opfer, ganz gewiss müssen wir uns schützen. Aber die Angriffe sind auch Angriffe auf eine Gesellschaft, die erhebliche Teile ihrer eigenen Bevölkerung ausgegrenzt hat. Die Salafisten hätten keinen solchen Zulauf, wenn die Menschen in den Banlieues unserer westlichen Länder bessere Chancen bekämen, teilzunehmen. Die verrückten Fundamentalisten – ein Teil Koran, vier Teile Machismo – bieten Zugehörigkeit für ausgegrenzte Seelen. Sie stärken das Selbstwertgefühl vieler Enttäuschter. Sie geben ihnen eine vorgeprägte Form, um die eigenen Erfahrungen in eine Erfolgsgeschichte umzudeuten – sie gegebenenfalls schönzureden. Wo bleibt hier eine Gesellschaft der wahren Teilhabe, eine soziale Ordnung, in der die Normen solide genug sind, um fundamentale bürgerliche Rechte zu gewährleisten, aber nicht so sklerotisch oder missbraucht, dass sie keine reale Alternative zu separatistischen Denkformen bieten? Eine gelungene Integration ist eine, in der über Integration nicht gesprochen werden muss.

 

STANDARD: Hatten Sie als Kind eines griechischen Vaters und einer österreichischen Mutter in Schweden das Gefühl, Sie müssten sich „integrieren“ – und was haben Sie dafür getan?

 

Fioretos: Das Wort gab es in den 1960er-Jahren nicht. Noch immer klingt es fremd in meinen Ohren. Natürlich habe ich als Kind und Jugendlicher Erfahrungen gemacht, die ich im Nachhinein als Versuche festhalten konnte, mich zu integrieren. Keine Maßnahme ist in meinem Leben dabei wichtiger gewesen als der Wunsch des Fünfjährigen, dass nicht länger Deutsch, sondern Schwedisch die Amtssprache der Familie sein sollte. Heute bereue ich das ein wenig, aber damals war es die unbewusste Sehnsucht eines sehr jungen Menschen, den Unterschied zwischen Innen- und Außenwelt auszugleichen, Spannung abzubauen, Balance herzustellen. Noch immer glaube ich, dass Sprache das erste und vielleicht sogar beste Mittel bietet, um Integration voranzutreiben. Aber ich denke zudem, Integration ist keine Einbahnstraße. Damit sie stattfinden soll, muss sich auch etwas auf der anderen Seite bewegen. Man kann nicht stur und steif bleiben, auf Anpassung beharren und selbst so tun, als wäre man das Gelbe vom Ei. Die vielen anderen Mundarten, mit ihren Erfahrungswelten und Ansichten, müssen zugelassen, gepflegt und geschätzt werden. Warum auch nicht? Jeder, der einmal Urlaub im Ausland gemacht hat, weiß doch, dass die Fähigkeit, die Welt aus mehr als einer Perspektive zu sehen, die Wahrnehmung verfeinert – mein Gott, Empathie vielleicht sogar stärkt.

 

STANDARD: Was an Ihnen ist „österreichisch“, was „griechisch“ oder „schwedisch“?

 

Fioretos: Wie heißt es bei Nietzsche? Wenn man zu lange in den Abgrund blickt, blickt er in einen hinein. So scheint es mir mit der kulturellen Zugehörigkeit zu sein. Wenn ich zum Beispiel zu stur in Richtung Griechenland blicke, sehe ich letztlich nur Meer, Oliven und Pindar. Schaue ich zu hartnäckig nach Österreich, starren am Ende Marillenknödel zurück. Ich glaube, man sollte sich nicht feststarren. Besser ist es, den Blick zu bewegen – dann sieht, hört, riecht man so viel mehr. Zum Beispiel die ungarischen Düfte im Gulasch, die italienischen Klänge bei Mozart, den sanften Slalom eines Anton Steiner, der an nichts so sehr wie an die „Schönheitslinie“ des englischen Künstlers William Hogarth erinnert, die man nur als transkulturell einstufen könnte.

 

STANDARD: Welche Bedeutung hat vor dem Hintergrund Ihrer Familiengeschichte – Sie haben Wurzeln in Griechenland, in Österreich, in Schweden, sie lebten in den USA, in Frankreich, in Deutschland – „Nation“ für Ihre Identitätskonstruktion? Fühlen Sie sich einer Nation verbunden?

 

Fioretos: Eine Nationalität zu haben sollte für jeden Menschen die natürlichste Sache der Welt sein. Das heißt: Pass besitzen, gesellschaftliche Anerkennung bekommen, bürgerliche Rechte und Pflichte haben. Aber Nationalität ist nicht gleich Nationalismus. Die Nation mag historisch, politisch und sozial bedingt sein, die „Konstruktion“, die untersucht werden sollte, ist jedoch der Nationalismus – diese viel zu oft aus alter Klimalehre und halbwegs neuem Wunschkonzert zusammengereimte Anfertigung einer kollektiven Identität. „Der“ Schwede, „die“ Muslimin, „der“ – ich weiß nicht – Vorarlberger … Wenn man manchen Populisten zuhört, kommt es einem vor, als wären wir noch im ethnografischen Kindergarten. Nationale Typen werden in Alben sortiert, bloß kein Durcheinander. Man muss nicht Granden der Geistesgeschichte wie den Denker aus Braunau am Inn, dessen Name mir nicht über die Zunge kommen möchte, gelesen haben, um zu verstehen, dass die Typisierung von Menschen nach Ethnien und Glaubensrichtungen früher oder später zu Hierarchisierungen führt. Oder dass kurz davor noch von kulturellen „Kompatibilitätsproblemen“ die Rede ist. Etwa nach dem Motto: Der muslimische Mann verträgt sich schlecht mit der christlichen Blondine. Ich glaube nicht an die regressiven Utopien nationalistisch orientierter Parteien. Sie sind von aggressiven Ängsten und Abschottungsmechanismen gesteuert. Der Globus mag gerade heillos zerstritten sein, in meiner kleinen, heilen Welt soll aber weiter sauber gekehrt sein. Was sind schon „unsere“ Werte? Können wir sie nicht mit anderen teilen? Und muss ich zwangsläufig einer von „uns“ werden, wenn ich sie gutheiße? In Deutschland spricht man von „Verfassungspatriotismus“. Das reicht mir völlig an Werten. Religion soll Privatsache bleiben, aber in der Öffentlichkeit Platz durch Glaubensgebäude einnehmen können – ansonsten sollen einerseits Staat und andererseits Kirche oder Moschee oder Tempel oder Synagoge oder Eremitenhütte bitte schön getrennt bleiben. Im Übrigen, finde ich, gehört es zu einer erwachsenen demokratischen Kultur, dass Bilder von Staatsoberhäuptern nicht die Größe einer Briefmarke übersteigen.

 

STANDARD: Und was kann die Literatur in diesem Zusammenhang leisten, oder bleibt sie Tröstung für die, mit denen es das Leben besser gemeint hat?

 

Fioretos: Gute Literatur spendet selten Trost, sie ist keine Therapie und sollte sich auch nicht darum bemühen, alles besser zu meinen. Literatur bietet uns etwas Feineres an: Teilhabe. Wenn die Lektüre uns gelegentlich auch noch eine Gänsehaut beschert, wer käme auf die Idee, sich jemals wieder mit weniger zu begnügen?

 

 

Aris Fioretos, geboren 1960 in Göteborg als Sohn einer Österreicherin und eines Griechen, studierte in Stockholm, Paris und an der Yale University Literaturwissenschaft. Neben seinen eigenen Büchern (zuletzt 2013 Die halbe Sonne, Hanser) übersetzte er u.a. Hölderlin, Nabokov und Paul Auster ins Schwedische. Er lebt in Berlin und Stockholm. Am Mittwoch, 13. Jänner, spricht er im Rahmen der Gesprächsreihe „Carte Blanche“ (20 Uhr) unter dem Titel „Was ist zu tun?“ mit Philipp Blom im Kasino des Burgtheaters.

 

 

© Lisa Nimmervoll und Der Standard 2016

Nach fünf Runden gegen den Weltgeist

Interview · Von Lisa Nimmervoll · Der Standard  · 9./10. Januar 2016