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Klappentext

Jannis Georgiadis ist der Sohn eines Bauern aus Áno Potamiá. Hier war sein Vater, von einem tauben Gebetsrufer in Smyrna gezeugt, als Kind mit der Mutter auf der Flucht vor den Türken 1923 hängen geblieben. Mitte der sechziger Jahre wird auch Jannnis seine Heimat verlassen. Nachdem er den letzten Stall beim Poker verspielt hat, folgt er seiner Jugendliebe nach Schweden. Im Haus des Arztes Manolis Florinos findet er vorübergehend das Paradies. Er lernt Schlittschuhlaufen, träumt von einem Studium der Hydrologie, um das Bewässerungssystem in Makedonien zu reformieren, und verliebt sich in das schwedische Kindermädchen. Doch als sich, für die junge, emanzipierte Frau viel zu früh, ein Kind einstellt, scheitert nicht nur eine der Zukunftsvisionen des Gastarbeiters.

Aris Fioretos lässt Jannis‘ Geschichte von einem Landsmann und Zeitgenossen erzählen, der sie auf Karteikarten schreibt, vielfältig gebrochen und fragmentiert wie dieses schillernde Leben. Ein großes Leseerebnis, u.a. mit dem Romanpreis des schwedischen Rundfunks 2010 ausgezeichnet.

 

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Aris Fioretos, 1960 in Göteborg geboren, schwedischer Schriftsteller griechich-öterreichischer Herkunft. Für seine Übersetzungen – er übertrug u.a. Paul Auster, Vladimir Nabokov und Walter Serner ins Schwedische – wie für seine eigene Literatur hat er zahlreiche Auszeichnngen erhalten. Zuletzt erschienen die Romane Die Seelensucherin (2000) und Die Wahrheit über Sascha Knisch (2003) sowie bei Hanser Das Maß eines Fußes (Essays, 2008). Im letzten Jahr hat er die erste kommentierte Werkausgabe von Nelly Sachs sowie eine Bildbiographie über die Autorin herausgebracht. Aris Fioretos lebt in Berlin.

 

Paul Berf, 1963 in Frechen bei Köln geboren, studierte Skandinavistik. Er übersetzte u. a. Henning Mankell, Kjell Westö und Selma Lagerlöf. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

Auszug

HIMMELSSTRASSE. Gründe für Jannis’ Abschied von seinem Heimatdorf gab es viele, den Ausgangspunkt aber bildete ein Ereignis drei Jahre bevor er in den Überlandbus stieg. Mit launischen Winden und überraschenden Niederschlägen war es in jenem Jahr früh Herbst geworden. Eines Nachts stürzte im Stall der Familie das Dach ein. Die Tiere blieben unverletzt, allerdings wurde der Holzkühlschrank, den Jannis übernommen hatte, als der Kaffeehausbesitzer sich endlich einen aus Metall leisten konnte, beschädigt. Mörtel rann in reißenden Schmutzwasserbächen davon, die Plastikplane, die Jannis festnagelte, half nur bedingt. Seine Mutter behauptete, Schuld an dem Unglück seien die Versuche ihres Sohns, die Niederschläge zu disziplinieren, und deutete an, der Kühlschrank habe bei den Wettergöttern den Geduldsfaden reißen lassen. Am Ende war er ihre Litaneien so leid, dass er die örtliche Wahrsagerin aufsuchte. Die alte Frau Poulias schüttelte den Kopf. Vermutlich „spielten“ die höheren Mächte nur, obwohl es sicherlich nicht schaden könne, in alle vier Himmelsrichtungen zu spucken und Beschwörungsformeln zu sprechen. Da Jannis sich nicht auf seine Fähigkeit verlassen mochte, die Mutter oder die Götter gnädig zu stimmen, stellte er den Kühlschrank sicherheitshalber unter den Mandelbaum. Er wollte kein Risiko eingehen. Wenn die Dachbalken nicht wieder aufgerichtet und keine Dachziegel verlegt wurden, würden die Stallwände früher oder später nachgeben.

Deshalb saß er an diesem Freitagmorgen ausnahmsweise an dem filzbezogenen Tisch im kafeníon des Dorfs. Zu seiner Linken thronte Thanassis Tsoulas, der den Weinhandel seines Vaters übernommen hatte und in der näheren Umgebung Land aufkaufte. Ihm wurde eine politische Karriere prophezeit. Zu seiner Rechten saß bárba Pippis, der gerade Wasser in seinen Ouzo goss. Die Prozedur wurde mit der gleichen Umständlichkeit ausgeführt, die seine Kunden im Lebensmittelgeschäft meckern ließ, die Waren würden schon vergammeln, noch ehe der Alte kassiert habe. Ihnen gegenüber hielten die beiden Bulgaren des Dorfs abwechselnd die Karten. Eines Frühlingstages hatten sie mit irren Augen, aber wild entschlossen, auf dem Marktplatz gestanden. Wie es ihnen gelungen war, über die Grenze zu kommen, konnte sich niemand erklären, am allerwenigsten sie selbst. Wahrscheinlich hatten sie die Berge an einer Stelle überquert, an der dem Vernehmen nach selbst Ziegen nicht mehr weiterkamen. Seither wurden Vasil und Bogdan von Tsoulas, der als Einziger das nötige Geld hatte, um ihre Fertigkeiten zu nutzen, wie Vieh behandelt. Ihr Lohn reichte mit knapper Not für Lebensmittel und Zigaretten. Zum Ausgleich durften sie sich das Motorrad des Weinhändlers ausleihen, ein ehemaliges Militärfahrzeug, mit dem sie Ouzo und Tabak in ihr Heimatland schmuggelten. Ihrer Verzweiflung nach zu urteilen lief der Handel jedoch nicht so schwunghaft wie gewünscht, denn nun wollten die beiden ihr Einkommen mit den Karten erhöhen und verspielten es dabei. Irgendetwas in Jannis schreckte davor zurück, dem Blick dieser Männer zu begegnen – nicht weil sie anders waren, das waren sie abgesehen von Sprache und Zahnpflege nicht, sondern weil es schmerzlich war, das Zügellose in ihren Augen zu sehen. Tsoulas, der gegen Mitleid immun zu sein schien, meinte dagegen, mitgefangen, mitgehangen, das gelte auch, wenn man Bulgare sei, während bárba Pippis keinen Ton über seine Lippen so dünn wie Piniennadeln brachte. Jannis selbst empfand Scham, was ausnahmsweise ein produktives Gefühl war an diesem Morgen, denn es hinderte ihn daran, zu überdenken, was er da eigentlich machte.

Es war kurz nach fünf. Die Männer spielten seit mittlerweile sechsunddreißig Stunden. Die Luft war metallisch, die Gesichter von Alkohol und Schlafmangel blass. Am Mittwoch hatte man mit frisch gedrehten Zigaretten und sauberen Hemden begonnen. Am Tag darauf hatte man erst eine Pause für ein Frühstück und danach für das Mittagessen und die Siesta weitere Pausen eingelegt. Bei letzterer verschwand einer der Bulgaren. Als er zurückkehrte – frisch rasiert, in einer Wolke aus Old Spice –, legte er eine Schachtel Zigaretten auf den Tisch und steckte gleichzeitig etwas in die Tasche seines Freundes. Die Mitspieler nahmen an, dass es sich um die letzten Geldreserven der Männer handelte. Wahrscheinlich hatten sie das Geld in einer Büchse in irgendeiner Felsspalte versteckt. Am Abend machte man erneut eine Pause, diesmal, weil Stella Stefanopoulos mit ihrem neugeborenen Kind ihren Bruder besuchte. Sie wohnte inzwischen in Achladochóri. Wer an den Säugling heran kam, kniff das Kind in die Wange und sprach Glückwünsche aus. Nur Jannis schwieg, vor allem als Stella durchblicken ließ, dass sie nicht verstand, warum er sich in einem Kaffeehaus befand und nicht bei Efi…

Die Zeit ging und verging und schließlich war es Viertel nach fünf. Von der summenden Neonröhre abgesehen herrschte Grabesstille. Jannis hatte verhältnismäßig sicher und vorsichtig gespielt und verhältnismäßig sicher und vorsichtig verloren. Trotzdem hatte er einen Rückstand von hundert Streichhölzern. Mit einem hohen Einsatz würde sich der Verlust ausgleichen lassen, mit einem echten Gewinn war nicht mehr zu rechnen. Obwohl schon zwanzig, dreißig Hölzchen die verrückten Hoffnungen aufwiegen würden, die ihn dazu verleitet hatten, an diesem Tisch Platz zu nehmen. Er wusste, dass sich das Wetter nicht bändigen ließ, aber mit einer ordentlichen Plane, finanziert durch einen passenden Spielgewinn, würde das vielleicht auch gar nicht nötig sein.

Vorsichtig hob er die Karten an. Seit Stella sich wieder aufgemacht hatte, war er zum ersten Mal überzeugt, das Richtige getan zu haben, indem er sitzen blieb. Er spürte, wie das Blut in seinen Adern bebte und zu kitzeln begann. Sein Brustkorb weitete sich, die Oberschenkelmuskeln spannten sich maskulin an. Pik sieben, Pik fünf, Kreuz zwei, Pik vier und… Pik sechs. Fast eine perfekte Straße. Mit etwas Beistand vom Glück, das anderweitig beschäftigt gewesen war, als er dreißig Streichhölzer mit nahezu todsicheren Karten verlor, würde er die begehrenswerte acht bekommen. Jannis schob fünf Streichhölzer in die Mitte und bat um eine Karte. Bárba Pippis hielt drei Finger hoch, Vasil warf auf Anraten Bogdans alle Karten von sich und zeigte mit gespreizter Hand an, was die Männer brauchten. Tsoulas begnügte sich mit drei. Vermutlich hatte er genau wie der stumme Alte ein Paar auf der Hand. Jannis streckte die Arme über den Kopf. Seine Augen schmerzten, die Luft schien von einer Kuh wiedergekäut worden zu sein. Trotzdem fühlte er sich sicher, fast leichtsinnig: Sämtliche Fasern in seinem Körper verkündeten, dass er die Acht bekommen würde.

Vielleicht flößte der Alkohol ihm diesen Glauben ein, vielleicht auch Stella, die wehmütig gelächelt hatte, als er ihren Blick suchte. Auch wenn er normalerweise nicht trank, nippte er doch an seinem Ouzo, der regelmäßig aufgefüllt wurde. Ein paar Spritzer Wasser verwandelten die Flüssigkeit in eine weniger gefährliche Wolke. Inzwischen waren ansehnliche Mengen Alkohol in seinem Körper gelandet. Leichtfertige Träume schwammen auf der schimmernden Flüssigkeit. Aber Jannis konnte kaum damit rechnen, dass seine Inspiration ewig währte. Schon bald würden sich die Träume erneut in Gelatine verwandeln und er tun, was er tun wollte, seit Tsoulas ihm erklärt hatte, die makedonischen Berge lehrten ihre Bewohner, kein Erbarmen zu zeigen: die Knie an die Brust ziehen und sich in sich selbst kehren. Noch lag er jedoch zurück und konnte nur die Flucht nach vorn antreten, in die unkontrollierbare Welt hinein und in der Hoffnung, wieder den festen Boden unter den Füßen zu finden, den er anderthalb Tage zuvor aufgegeben hatte. Seit Stella sich wieder aufgemacht hatte, spielte er deshalb schroff und entschlossen, in Erwartung eines Blatts, das sich nur einstellen würde, wenn er den Erwartungen trotzte. Und nun schien es endlich da zu sein. Er benötigte nur noch eine Pik acht. Wie groß war das Risiko, dass ein anderer eine höhere Straße in einer Farbe bekommen würde? Mit Sicherheit kleiner, als dass jemand auf allen Assen saß.

Er fächerte seine Karten auf und bekommen hatte er – Kreuz sieben. Auf der Uhr, die weiter getickt hatte, war es jetzt 5.23. Der Geist wankte, der Hals schmerzte. Zwei Siebenen waren kein starkes Paar, auch wenn Tsoulas mehrere Runden mit schlechteren Karten gewonnen hatte. Mit etwas Glück würde er einen Drilling bekommen. Die Wahrscheinlichkeit, die Pik acht zu erhalten, war sicherlich geringer. Jannis schielte zu dem Lebensmittelhändler hinüber, der einen knochigen Zeigefinger hochhielt. Er war alt und verschlagen, ein echter Spieler (gest. 1973 an den Folgen einer nicht behandelten Parkinsonschen Krankheit). Wahrscheinlich hatte er zwei Paar auf der Hand. Von einem Ohr zum anderen grinsend machte Vasil das Victory-Zeichen. Hatte er einen Drilling? Oder etwa den Anfang einer Straße? Auch Tsoulas wünschte zwei neue Karten. Der Gesamteinsatz wuchs. Bárba Pippis lag einige Hölzer im Plus, die Bulgaren hatten zweihundert verloren, nur der Weinhändler schien gegen Niederlagen gefeit zu sein. Jannis schob die Hälfte der ihm verbliebenen Hölzer in die Mitte. „Eine, bitte.“

Während die anderen ihre Einsätze machten, studierte er ihre Gesichter. Tsoulas’ war vor lauter Erfolg feist und aufgekratzt, die der Bulgaren waren abgezehrt im Stile von Heiligen oder Irren, während man bárba Pippis’ benutzen konnte, um Schuhe neu zu besohlen. Jannis spreizte seinen Federschweif. Es war 5:29, als ihn ein unheilverkündendes Gefühl durchzuckte. Wenn er nun nicht gewann. Dann sah er Pik sieben, Pik sechs und Pik fünf ins Blickfeld gleiten, danach Pik vier… Als sein Daumen die letzte Karte freirieb, erkannte er, dass er noch ein Pik auf der Hand hielt. Und nicht irgendeins. Um 5.30 hatte er eine richtige Straße. Sie führte zwar nicht bis in den Himmel der Engel oder Asse, aber mit der Acht an der Spitze würde sein Blatt schwer zu schlagen sein. Die zwei Paare des alten Knackers schafften das ebenso wenig wie die Drillinge von Tsoulas oder den Bulgaren. Selbst wenn jeder von ihnen ein Haus bekam, hatte keiner ein besseres Blatt. Seine schwarze Straße würde ihm helfen, ein neues Dach zu decken. Die Acht an ihrer Spitze würde die Tiere seiner Familie geraume Zeit, vielleicht sogar bis in alle Ewigkeit schützen.

Jannis horchte in sich hinein, ob sein Gesicht die Erregung verriet. Er glaubte es nicht. Er war viel zu müde, um nervös zu wirken, und im Übrigen waren seine Mitspieler mit ihren Blättern beschäftigt. Bárba Pippis sann über seine Karten nach, als wäre er unfähig zu entscheiden, was sie darstellten, und richtete seinen wässrigen Blick anschließend nach vorn. Er sah niedergeschlagen aus. Tsoulas bat Stefanopoulos, der schräg hinter ihm saß und die Nacht hindurch abwechselnd geschnarcht und Fragen zu seiner Schwester beantwortet hatte, um eine neue Runde kalamária. Bedeutete die Bestellung, dass der mächtigste Mann des Dorfs am Ende doch unruhig geworden war? Versuchte er ein starkes Blatt zu verbergen oder nur zu bluffen? (An dieser Stelle erscheint es angebracht, das Gesicht des Weinhändlers zu beschreiben: Es war groß und rot und zwischen zwei Ohren wie Walnüsse gepresst. Die gewellten Haare verliehen ihm jedoch einen zwar weichen, aber männlichen Zug, der Frauen ins Auge zu stechen pflegte, und seine vollen Lippen waren unverkennbar sinnlich.) Vasil grimassierte und zischelte Bogdan etwas zu. Wie auf Kommando klopften sie mit ihren Gläsern auf den Tisch und leerten sie. Jannis ahnte, dass sie einen Drilling, vielleicht sogar ein Haus hatten, und jegliche Vorsicht fahren lassen wollten. Er bedauerte, dass er die beiden ruinieren würde, aber kein Erfolg ohne Opfer. Der Moment war gekommen, in dem sich das Glück wenden würde.

Nun galt es, das Tempo herauszunehmen, bis die Konzentration der anderen nachließ und sie unvorsichtig wurden. Sonst würden die Einsätze zu schnell anziehen und er nicht mehr mithalten können. Vasil zündete sich eine Zigarette an und schob mit halb geschlossenen Augen zehn Hölzer nach vorn. Tsoulas bekam seine gebratenen Tintenfische, stopfte sich einen Tentakel in den Mund und erklärte, wobei das Ende zwischen glänzenden Lippen wippte, endlich komme Bewegung in die Sache. Bárba Pippis betrachtete den Rücken seiner Karten. Jede von ihnen schmückte der weiße Turm von Thessaloniki – eine massenhafte Wiederholung von Perfektion. Ruhig zählte er zehn Hölzer ab, dann nochmals zehn und schob sie in die Mitte. Genauso niedergeschlagen wie zuvor. Wenn man sehen wollte, waren nun zwanzig erforderlich. „Gamó tin pána…“ Tsoulas schluckte den Rest des Fluchs hinunter, wischte sich den Mund ab und ging mit. Die Bulgaren überlegten in einem Idiom voll harter Kanten und weicher Wölbungen. Man sah, dass Vasil setzen wollte. Er hatte diesen Jetzt-oder-nie-Blick, den Jannis im Zaum zu halten hoffte. Aber Bogdan nahm ihm die Karten aus der Hand und warf sie fort. Unser Held betrachtete die ihm verbliebenen Hölzer, unter denen sich ein alter Fleck ausbreitete. So lange er sie auch anstarrte, es waren nicht mehr als sieben. Irgendjemand murmelte etwas. Da hatte er das beste Blatt in anderthalb Tagen auf der Hand, und jetzt fehlte es ihm am… „Ich sagte“, wiederholte Tsoulas, „dass du dir jederzeit Geld leihen kannst.“ Jannis blickte auf. „Mit welchem Pfand? Die Ziegen sind unverkäuflich. Die Hühner auch.“ Das Gesicht des Weinhändlers war mittlerweile rosa und weiß, seine Ohren waren wirklich absurd klein. „Hühner? Ziegen? Nicht einmal unsere bulgarischen Freunde würden die Viecher bespringen wollen. Nein, mein Lieber, die darfst du behalten.“ Er lachte melodisch. „Ich hatte an etwas anderes gedacht.“

Jannis sortierte seine Alternativen nach bestem Wissen und Gewissen. Wenn er passte, würde er hundertzehn Streichhölzer Verlust machen, ohne die Chance zu haben, sich das Verlorene zurückzuholen. Und ohne die Chance, ein neues Dach zu decken. Wenn er sich von Tsoulas etwas lieh und nicht gewann, würde er hundertdreißig Verlust machen – und nicht nur das Dach, sondern auch seine Ehre an den einzigen Menschen im Dorf verlieren, dem er nichts schuldig sein wollte. Er überlegte. Die Tiere konnte er nicht setzen, der beschädigte Kühlschrank war nicht viel wert. „Der Stall?“, murmelte er plötzlich, von seiner eigenen Stimme überrumpelt. Der Weinhändler grunzte, er suchte gerade nach Zigaretten. „Ich habe gesagt, dass ich mir etwas leihe und den Stall dafür einsetze“, wiederholte Jannis, der seiner Stimme immer noch nicht traute. Im gleichen Moment erkannte er jedoch, was sie sagte, und dachte, dass er dabei war, etwas zu tun, was nicht sein durfte. Welcher kranke Dämon flüsterte ihm ein, das zu setzen, was er retten wollte? Welcher böse Geist verleitete ihn, auf Tsoulas zu hören? Zwar konnte er unterhalb des Felds einen neuen Stall bauen, wenn er den alten verlor – auch wenn dieser schräg sein müsste, da die Böschung abschüssig war. Aber er hatte weder das Recht noch die Mittel zu tun, was seine Stimme versprach. Nicht, wenn man bedachte, was zwischen ihm und dem Weinhändler vorgefallen war, nicht, wenn man an Efi dachte.

 Als Jannis Tsoulas mit der Zigarette nesteln sah, die Bogdan ihm reichte, wusste er jedoch, dass er nicht verlieren würde. Worte würden Worte bleiben. Jeder sah, der Dorfbonze versuchte zu überspielen, dass er schlechte Karten hatte. „Du meinst Petridis’ alten Schuppen?“, sagte er, als der Tabak brannte. Bárba Pippis verzog die Lippen, die Bulgaren verstanden kein Wort. „Du liegst, wie viele, hundert, hundertzehn Streichhölzer hinten? Und zum Sehen brauchst du jetzt zwanzig. Bist du sicher, dass du nicht lieber dafür bezahlen solltest, die Bruchbude loszuwerden?“ „Thanassis, allein das Land, auf dem er steht, ist schon mehr wert.“ „Entáxi, entáxi…“ Der Weinhändler hielt die Hände hoch. „Wenn bárba Pippis mit dem Darlehen einverstanden ist, werde ich dich nicht hindern. Du wirst schon wissen, was du tust. Aber das Feld ist inbegriffen.“ „Das Feld?“ „Das Feld.“ Jannis war so müde und aufgewühlt und außer sich – kurzum: so wenig Jannis –, dass er bloß nicken konnte. Der Lebensmittelhändler zuckte mit den Schultern. „Du leihst dir diese Hölzchen hier also gegen Stall und Feld. Die Tiere darfst du behalten. Wir sind keine Blutsauger. Dann zeig uns mal deine Karten.“

Jannis spürte, dass sich die Erleichterung in seinem Körper wie Äther verflüchtigte. Das Risiko war so groß und irrsinnig, dass er einfach nicht verlieren konnte. In keinem Dorf, keinem Land und keiner Welt verlor man mit einer Straße wie dieser. Ein letztes Mal betrachtete er die hübsche Pikreihe, dann breitete er seinen Trauerflor auf dem Filz aus. „Zum Teufel auch“, zischte Tsoulas, der offenbar geglaubt hatte, dass Jannis bluffte. „Eine Straße in einer Farbe mit der Acht als höchster Karte. Die führt geradewegs zu unserem Herrgott, nehme ich an.“ Er warf seine Karten von sich. „Nur ein Haus.“ Bogdan seufzte und griff sich in den Schritt, Vasil sagte etwas Unverständliches. Auch wenn die Griechen ihre Sprache nicht verstanden, lasen sie doch die Resignation in den Gesichtern der Bulgaren. Langsam löste sich Jannis’ Herz aus den Fugen. Es würde klappen, es würde klappen…

Dann merkten alle, dass noch ein Blatt ausstand. Nach und nach richteten sich die Blicke auf bárba Pippis. Stefanopoulos stand mit einem Handtuch in den Händen reglos hinter der Theke, draußen dämmerte es. Einzelne Hähne und Esel ließen sich vernehmen, ein Hund verjagte auf dem Marktplatz die letzten Gespenster. Der Lebensmittelhändler legte umständlich die Karten auf den Tisch. Noch lag der seriengefertigte Turm oben, dann drehte er sie um – aber so bedächtig, dass zwischen jeder Offenbarung ein Jahrhundert Platz fand. Herz acht. Herz neun. Herz zehn. Herz Bube… Mit jedem neuen Jahrhundert nahm Jannis’ Übelkeit zu. Das konnte, das durfte nicht wahr sein. Entweder hatte der Alte auch eine Straße, und wenn dem so war, würde Jannis sich nie wieder auf Zufall oder Wahrscheinlichkeit verlassen, oder er hatte Schrottkarten und wollte ihn nur ärgern, indem er es spannend machte. Als Papastratos zur letzten Karte kam, legte er seine sehnige Hand darauf. Herz Dame, lieber Gott, lass es keine Herz Dame sein. Aber die Mächte waren nicht auf Jannis’ Seite, weder an diesem Morgen noch im späteren Leben. Der Lebensmittelhändler räusperte sich. „Palikári mou, du wirst eine Weile deine Spucke sparen müssen“ – was mindestens zehn Worte mehr waren, als man ihn jemals hatte sagen hören. Als er die Hand hob, lächelte die Herz Dame alle und keinen an.

Hier müssen wir uns ein einstürzendes Himmelreich, schwarzen, peitschenden Regen und heulende Dämonen in pikverzierten Trikots vorstellen, die durch den Spalt hinaus wirbeln, gejagt von Blondinen in herzförmigen Rüstungen. Denn das einzige, was man im Kaffeehaus von Stefanopoulos hörte, war das Klirren von Gläsern und Kaffeetassen, die der Besitzer einzusammeln begann. Es war 5:43, als er die Zigarrenkiste mit den Tentakeln in seinen neuen Kühlschrank zurückstellte, ein riesiges Metallding mit zierlichen Füßen, die Löwentatzen nachempfunden sein sollten.

Ein weiteres Jahrhundert verstrich, grau wie Blei. Schließlich erkundigte sich der Wirt, ob er die Unterkiefer der Männer vom Fußboden aufsammeln solle. Der Lebensmittelhändler gewann als Erster die Bewegungsfähigkeit zurück. Sachlich begann er, seinen Gewinn zu zählen. Die Bulgaren schauten sich um, vielleicht wussten sie nicht recht, wo sie waren. Der eine – der mit den Plomben aus Blech – ließ seine Finger knacken. Der andere sah nach, ob das, was sein Freund ihm in die Tasche gesteckt hatte, noch darin war. Anschließend gingen die beiden, ohne sich zu verabschieden und ohne die Tür zu schließen, und vom nächsten Tag an gehörten nicht nur ihre Muskeln Tsoulas. Der Weinhändler blieb sitzen. „Jánni mou, Jánni mou“, murmelte er, sein gewaltiges Haupt schüttelnd, „wo sollen deine Tiere denn jetzt schlafen?“ Jannis selbst bestand aus einem einzigen großen und zerstörten Organ: dem Gehirn. In ihm gingen hunderte Pferde in tausende Richtungen durch. Die Übelkeit wallte aus den Gedärmen bis in den Hals hoch. Er wusste, wenn er sich nicht konzentrierte, würde er sich zum Klang von Walküren in gestrecktem Galopp übergeben. Er schlug sich auf die Wangen, als wollte er sich wecken, er presste die Knöchel auf den alten Fleck und stand auf. Nie wieder würde er sich auf gute Karten verlassen. Nie wieder würde er einen filzbezogenen Tisch besuchen. Es handelte sich übrigens um das Möbelstück, auf dem seine Großmutter in ihrer ersten Nacht im Dorf vierzig Jahre zuvor geschlafen hatte. Sein Vater im Übrigen auch.

Als es Jannis gelungen war, die Tür zu schließen, gab er sein Bestes, um Luft zu bekommen. Die Augen waren rot, die Kopfhaut juckte, die Kleider stanken. Er fühlte sich elend, gedemütigt, am Boden zerstört. Aber vor allem hatte er das Gefühl, in die falsche Welt hineingeboren worden zu sein. Zum falschen Zeitpunkt. Wie konnte er nur so ein Idiot sein? Hatte er wirklich geglaubt, er würde gewinnen? Und warum hatte er das Feld ausgerechnet in Tsoulas’ Hände gelegt? Er schlug sich vor die Brust, um sich zu vergewissern, dass sie noch da war. Auf der anderen Seite des Marktplatzes hörte man Hufe klappern. Ein Mann verschwand mit Maultier und Gepäck seitwärts aus dem Dorf. In der Ferne röhrte Gourgouras’ Traktor. Jannis’ Gehirn war verwüstet. Nach einer Weile stellte die Morgenluft jedoch eine gewisse Ordnung her. So erkannte er, dass es Handlungen gab, die sich nicht ungeschehen machen ließen. So erkannte er, dass Dusel und Glück nichts mit dem Leben zu tun hatten. So erkannte er, dass er seine Scham herunterschlucken und sich bei seinen Freunden in Neochóri melden musste. Die Pokerpartie hatte ihn diese simple Wahrheit gelehrt: Straßen führten in zwei Richtungen.

 

WARUM DIE FREUNDE IN NEOCHÓRI? Das Nachbardorf lag dreihundert Meter niedriger über dem Meeresspiegel. Sowie sieben Kilometer entfernt. Dort gab es einen schweigsamen Postmeister, der überall behaart war, nur nicht auf dem Kopf. Die krausen Haare wuchsen ihm bis zu den Fingerknöcheln hinunter und zu den Schulterblättern hinauf, über die Fesseln rund und um die Hüftknochen, aus den Nasenlöchern und in die Ohrmuscheln. Wenn er sich morgens und nachmittags rasierte, immer zwei Mal, um auf der sicheren Seite zu sein, schimmerte die Haut bleiblass zwischen den Wirbeln in der Kragenöffnung und dem Rußrand entlang der Wangenknochen – als hätte er Wangen und Kinn sauber gepflügt, gegen die restliche Vegetation jedoch nichts ausrichten können. Allen, auch ihm selbst, war es ein Rätsel, dass die engelsgleichen Locken, die seinen Kopf in der Jugend geziert hatten, schlagartig im Alter von zwanzig Jahre von einem Haarwuchs ersetzt wurden, über den seine Gattin niemals ein Wort verlor, den sie jedoch gelegentlich mit der flachen Hand streichelte, nachdem sie insgeheim auf ihre Finger gespuckt hatte, weil es sie beunruhigte, dass sich die wenigen übriggeblieben Haare mit solch schändlicher Sinnlichkeit aufrichteten.

Soula wusste, dass Evangelos nicht nur ihr Cousin war, sondern auch ein wollüstiges Wesen mit Händen und Lippen, weicher als die Haut eines Pfirsichs. Aber sie fand, dass andere Frauen dies nicht unbedingt erfahren mussten. Sollten sie ruhig aus seinem kahlen Schädel, seiner Schwerhörigkeit und der zerstreuten Art die falschen Schlüsse ziehen. Sollten sie doch glauben, dass er eine Wünschelrute brauchte, um die feuchten Regionen zu finden. Wenn sie ihren Mann hinter dem mattglasigen Posthorn im Fenster, mit aufgeknöpftem Hemd und in Gedanken verloren sah, lächelte sie in sich hinein. Ihr Liebesaffe wusste nicht, wie weich ihre Lenden allein schon davon wurden, ihn nur zu sehen. Es reichte, dass er aufblickte, um die Hitze in ihrem Unterleib entflammen und zur einzigen Sonne werden zu lassen, die diesen Namen verdient hatte.

Soulas’ Liebe zu dem Mann, den sie in den vier Wänden des Schlafzimmers ihren „Liebesaffen“ nannte, weil seine Hände die Fähigkeit hatten, überall gleichzeitig zu sein, diese wirklich allerorten gegenwärtige Liebe hatte dem Paar zwei Kinder geschenkt – das eine mit cherubimischen Locken auf einem Kopf mit ungewöhnlich großen Ohren und dem jünglinghaften Körper eines dänischen Prinzen, das andere mit vollkommen glatten und glänzenden Haaren, die auch auf der Innenseite der Waden wuchsen und von dem Mädchen entfernt wurden, zu welchem Zweck es unter größter Geheimhaltung Kirchenkerzen auf dem Herd schmolz. Kostas und Efi hießen die Kinder und waren zufällig Jannis’ beste (einzige) Freunde im Nachbardorf. Mit ihnen war er zur Schule gegangen, so lange es währte, mit ihnen hatte er die Art Geheimnisse ausgetauscht, die einen Menschen auf der Schwelle zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt beschäftigen, mit ihnen hatte er die einzige Frage diskutiert, die halbwüchsige Makedonier neben der Wehrpflicht und dem anderen Geschlecht interessierte: Sollte man bei Vieh und Tabak bleiben, nachdem man aus der Armee entlassen worden war, oder irgendwohin ziehen, wo es glänzende Autos und Stechuhren gab, die anderen Gesetzen als dem Wechsel der Jahreszeiten folgten?

Zunächst hatte Efi und später dann auch Kostas begonnen, regelmäßig den Bus aus den Bergen und in die Stadt zu nehmen. Und schon bald würden beide es für immer tun. Ihre Motive waren unterschiedlich – sie litt an chronischer Arthrose, er träumte von der Literatur –, aber das beeinflusste Jannis nicht. Wenn er der Postkarte Glauben schenken durfte, die Kostas ihm gezeigt hatte und die der Bruder ihres alten Lehrers aus einem Land geschickt hatte, das „so weit nördlich liegt, wie ein Grieche nur reisen kann und trotzdem noch in Sichtweite der Karte bleibt“, gab es dort eine schwer auszusprechende Stadt mit einer orthopädischen Klinik und Chirurgen, die wussten, was sie taten. Dorthin wollte die Schwester kurz nach Weihnachten reisen. Und eines Tages auch Kostas – sobald er die zwei Jahre in Uniform an der Grenze zur Türkei absolviert hatte. Nach den Stunden an jenem Tisch mit dem grünen Filz ahnte Jannis, dass er eines Tages gezwungen sein würde, ihnen zu folgen.

Bevor die Männer der Pokerrunde aufbrachen, hatte Tsoulas ihm zwei Wochen Frist gegeben. Er brauche das Feld erst nach Neujahr. Jannis hatte gehört, dass Kostas Heimaturlaub hatte, und beschloss, ihn um Hilfe zu bitten. Mit etwas Glück würde der Freund ihm nicht nur Geld leihen, sondern auch mehr über das Land erzählen können, in dem seine Schwester operiert werden sollte, wo es Stechuhren und ein dickes Kuvert am Ende der Woche gab, wo möglicherweise Schnee, aber niemals Kartenspiele Probleme bereiteten und die Länge der Sehnsucht nicht in Generationen gemessen wurde. Nach der Pokerrunde dämmerte ihm, dass es klug wäre, sich darauf vorzubereiten, das zu werden, was Griechen von nah und fern in diesem Jahrzehnt wurden: Gastarbeiter. (Ein Fachbegriff, heute kaum noch gebräuchlich.) Außerdem hatte ihm Stella zugeflüstert, er solle mit Efi sprechen, so lange es noch ging. „Es gibt nur eine Herzdame im Spiel.“

Deshalb.

 

 

© Carl Hanser Verlag, München, 2011

Rezensionen

„,Der letzte Grieche‘ ist vor allem auch ein Sprachlabor, in dem etwas Besseres als die Nation erzeugt wird: eine Identität, die keine Ausschluss-Ideologien mehr braucht. Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft in diesem so poetischen wie politischen Roman.“ – Jutta Person, Süddeutsche Zeitung, 5. März 2011

 

„,Jeder Mensch muss selbst entscheiden, wie er andere in Erinnerung behalten möchte‘, glaubt Jannis. Auch Aris Fioretos hat diese Entscheidung gefällt. Daraus hervorgegangen ist ein überraschender, erschütternder und kluger Roman mit einem Schuss Wahnsinn, bei dem man am Ende gleich wieder von vorn anfangen möchte, weil er sich wie jedes gute Buch auch ganz anders lesen ließe.“ – Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. März 2011

 

„Es ist ein großer Moment, wenn Literatur und Liebe verschmelzen und dasselbe sind.“ – Helmut Böttiger, Die Zeit, 21. April 2011

 

„ Auch wenn ,Der letzte Grieche‘ dramaturgisch in der Katastrophe endet – in seinem komödiantischen, auf der Stelle tänzelnden, variantenreichen, brillant selbstbezüglichen Erzählgestus entfaltet der Roman auch in seinen ruhigen Momenten grosse poetische Präsenz.“ – Manuel Gogos, Neue Zürcher Zeitung, 28. April 2011

 

„Man stelle sich eine wilde Mischung aus Gabriel García Márquez und Thomas Pynchon vor.“ – Daniel Schreber, Cicero, 7. März 2011

 

„Genialisch . . . ein Emigrationsroman im reinsten Sinn des Genres.“ – Ursula März, Deutschlandfunk, 20. Februar 2011

 

„Aris Fioretos hat einen handwerklich virtuosen und berührenden Roman vorgelegt. Obwohl Jannis Georgiadis Züge einer Schelmenfigur trägt – woran auch sein in der deutschen Übersetzung wunderbar wiedergegebenes Radebrechen in der fremden Sprache denken lässt –, erzählt er letztlich eine tragische Geschichte voller Sinnlichkeit, enzyklopädischer Wissenspartikel und historischer Fakten über Heimatlosigkeit und Vertriebensein. Und darüber, wie sehr, trotz aller Unterschiede, jeder Mensch mit jedem Menschen verbunden ist.“ – Carsten Hueck, DeutschlandRadio Kultur, 16. März 2011

 

„Da immer wieder, und auch in den absurdesten Zusammenhängen, die Forderung nach Welthaltigkeit in der Literatur erhoben wird: In diesem Roman findet sie sich. Zur Welthaltigkeit gehört eben nicht nur Erfahrung, sondern auch reflexives Vermögen und intellektuelle Durchbildung. Über beides verfügt Aris Fioretos ohne Zweifel . . . Diese Anerkennung ist gleichzusetzen mit einer erneuten Annäherung an sich selbst. Fioretos ist ein starker, ungemein vokabelreicher und kluger Autor“ – Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau, 23. März 2011

 

„Man kann diesen Roman nur loben: für seinen Witz und seine Raffinesse ebenso wie für die Fülle an Wirklichkeiten, die er vor dem Leser ausbreitet.“ – Christoph Bartmann, Literaturen, 1. April 2011

 

„Dieser titanischer Roman . . . Lawrence Sternes Tristram Shandy oder James Joyces Ulysses, [werden] hier in etwa auf Augenhöhe zitiert“ – Denis Scheck, Literatur im Foyer, 10. März 2011

 

„Ich finde ihn einen wunderbaren Roman. Ich bin ganz beglückt davon. . . . Es ist ein sehr, sehr schöner Roman, ein sinnlicher Roman, der die wunderbare Idee hat, das in uns alles Mögliche ablagert, und das die Zeit eben überhaupt nicht linear verläuft in unseren Körpern. . . . Wie das alles in einander, es ist großartig gelungen.“ – Felicitas von Lovenberg, Literatur im Foyer, 10. März 2011

 

„Aris Fioretos’ ,Der letzte Grieche‘ ist ein handwerklich äußerst raffinierter, melancholischer Roman über jene ,Phantomschmerzen‘, die der Mensch über die verlassene Heimat und Familie, sowie die verlorenen Freunde spürt.“ – Monika Stranakova, Literaturkritik, 24. März 2011

 

„Ein beeindruckender Roman“ – Andreas Schäfer, Tagesspiegel, 6. März 2011

Der letzte Grieche

Roman · Originaltitel: Den siste greken · Übersetzung: Paul Berf · München: Hanser, 2011 · 416 Seiten · Umschlag: Peter-Andreas Hassiepen · Umschlagfoto: aus dem Privatbesitz des Autors

ISBN: 978-3-446-23633-2

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